Einer für alle – Ein Paketzusteller übernimmt eine ganze Stadt

Einer für alle - Ein Paketzusteller übernimmt eine ganze Stadt

30. November 2017 | PaketChef

Weihnachten ist das Fest der Freude und Geschenke. Immer mehr online. Auch Dank "Cyber Week" geht der Umsatz der Online-Händler durch die Decke. Doch das führt bei den Paketzustellern zu Engpässen. Wer heute etwas bestellt, wird seinen Einkauf nur in Ausnahmefällen am nächsten Tag erhalten. Aber noch gravierender ist, dass die Städte dadurch extrem belastet werden. Es ist keine Seltenheit, dass fünf verschiedene Zulieferer in einer Straße stehen um Pakete an den Kunden zu bringen. Warum macht dies nicht einer für alle?

Wenn an Spitzentagen mehr als 15 Millionen Pakete zugestellt werden, ist das nicht nur eine Belastung für die Paketzusteller, sondern auch für Umwelt und Verkehr. Einige KEP-Unternehmen ziehen deshalb die Reißleine und vereinbaren mit ihren Online-Händlern begrenzte Mengen auszuliefernder Warensendungen. Eine Lösung des Problems ist das nicht. Auch Packstationen und Paketshops sind es nicht, denn wenn der Paketzusteller nicht zu mir kommt, fahre ich eben zu ihm.
 

Bündeln der Paketzustellung

Dr. Frank Appel, CEO der DP DHL hat nun die Bündelung der Paketzustellung in Städten ins Spiel gebracht. Bündelung heißt, dass Gebiete aufgeteilt werden und der definierte Dienstleister alle Pakete ausliefert, also auch die der anderen Logistiker. „Es wäre ein erster guter Schritt, wenn eine Stadt per Ausschreibung einen Anbieter bestimmt, der tatsächlich eine ganze Stadt bedient“, sagte Appel dem „Handelsblatt“. Der DHL-Chef geht damit völlig neue Wege.
 

Bündelung als Problemlöser

Die Bündelung löst gleich mehrere Probleme. Es stehen nicht fünf Zusteller für fünf Bestellungen in einer Straße, sondern nur einer. Das tut dem Verkehr gut aber auch der Umwelt.
 
Auch die Kundenzufriedenheit steigt. Es klingeln nicht mehr fünf Zusteller sondern einer. Die Kinder und Waldi, der Familienhund, schlafen besser und die Eltern bekommen trotzdem alles Bestellte.
 

Eine IT für alle

Und es entfällt, dass jeder einzelne Dienstleister in ein eigenes IT-System investiert. Denn Voraussetzung für eine Bündelung ist eine übergreifende IT.
 
Aktuell nutzt bzw. entwickelt jeder Lieferant sein eigenes IT-System für die urbane Paketlogistik. Die zentrale Frage ist, welches System sich am Ende tatsächlich durchsetzt. Unwahrscheinlich scheint es, dass sich das System eines der großen Player unter der Zustimmung aller anderen durchsetzt, dann schon eher eine neue, unabhängige Lösung an die sich alle andocken können. Definierte IT-Schnittstellen würden dann die Übergabe der Pakete an den Dienstleister der jeweiligen Stadt regeln. Die Fahrer müssten sich an nur ein System gewöhnen und bei Überlast, wie an Weihnachten oder während der Cyber Week ist ein gegenseitiges Aushelfen nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
 

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